15. / 16.10.2014 | 20 Uhr studioNAXOS Frankfurt/Main

Ich frage mich manchmal: Was für eine Gesellschaft bauen wir eigentlich auf?* Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber wo ich bin, will ich nicht bleiben, aber die ich liebe, will ich nicht verlassen, aber die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber wo ich lebe, da will ich nicht sterben, aber wo ich sterbe, da will ich nicht hin: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin. – Thomas Brasch *Maxie Wander wurde 1933 in Wien geboren und übersiedelte 1958 in die DDR. Sie arbeitete dort als Fotografin, Reporterin, schrieb Drehbücher und Kurzgeschichten. Ihre berühmt gewordene Sammlung "Guten Morgen, du Schöne" erschien kurz vor ihrem Tod am 21. November 1977.

„Mich interessiert, wie Frauen ihre Geschichte erleben, wie sie sich ihre Geschichte vorstellen. Man lernt dabei, das Einmalige und Unwiederholbare jedes Menschenlebens zu achten und die eigenen Tiefs in Beziehung zu anderen zu bringen. Künftig wird man genauer hinhören und weniger zu Klischeemeinungen und Vorurteilen neigen. Vielleicht ist dieses Buch nur zustande gekommen, weil ich zuhören wollte.“ – Maxie Wander Maxie Wander: Guten Morgen, du Schöne. Protokolle nach Tonband. Berlin 1977, (suhrkamp-tb 3962) Frankfurt/M. 2007. Alle Rechte bei Susanne Wander, Wien.

Mit: Philipp Engelhardt, Simone Müller, Sebastian Volk, Judith Zyan | Regie: Carolin Millner | Dramaturgie: Fee Römer | Bühne: Nils Wildegans | Kostüm: Maylin Habig | Organisation: Nina Koch

Die Produktion "Guten Morgen du Schöne" war die Eröffnungspremiere des studioNAXOS. Von Oktober bis Dezember 2014 bespielten junge Künstler*innen aus Hessen die Naxoshalle Frankfurt mit einem Programm aus Theater-, Musik-, und Performanceprojekten. Die Idee für die dauerhafte Etablierung einer Plattform für junge Künstler*innen der Freien Szene entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Theater Willy Praml und wird 2015 fortgesetzt. Initiatoren sind Daniel Schauf und Simon Möllendorf. Weitere Informationen unter www.studionaxos.de und auf facebook/studioNAXOS 

KRITIK: 

Frankfurter Neue Presse, Vorankündigung zu Guten Morgen, du Schöne: 

"Die Reise ins Arbeiter- und Bauernparadies der Frauen beginnt im zeitlosen Nirgendwo. Die Charaktere scheinen austauschbar, selbst die Geschlechterrollen verschwimmen... Die szenich umgesetzten Frauenprotokolle drehen sich um die Frage, wie sich das sozialistische System mit seinen Grenzen und Möglichkeiten in den Biografien der Frauen wiederspiegelt."